Christoph Braendle im Literaturbuffet

Christoph BraendleDonnerstag, 16. Mai, 19.00 Uhr: Christoph Braendle liest aus seinen Romanen und Erzählungen

Christoph Braendle, geb. 1953 in der Schweiz. Volks- und Mittelschulen in Zug. Jurastudium ohne Abschluss in Zürich. Ausgedehnte Reisetätigkeit in Europa und Asien. Lebt von 1979 bis 1982 in den USA und in Mexiko. Danach wieder in Zürich. Reisen nach Asien und durch China. Lebt 1986 in Hamburg und seit April 1987 in Wien. Zahllose Reisen, vor allem nach Afrika. Hat seit 2002 einen zweiten Wohnsitz in Marokko. Verheiratet. Vater zweier Töchter.

Das literarische Werk umfasst Romane, Essays, Reportagen und Theaterwerke. Gründer und Leiter des Wiener Salon Theaters. Erfinder und Intendant der Vollmondserenaden.

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Das war: Djihad für Lila

Djihad für LilaH. A. Ider präsentierte bei uns sein Buch “Djihad für Lila”…

…und das teilweise sogar verschleiert! ;)

Vor den Augen der Öffentlichkeit wird Kamil von Neonazis brutal zusammengeschlagen. Enttäuscht zieht sich der Sohn türkischer Gastarbeiter zurück und führt einen Krieg gegen die Dämonen, die ihn heimsuchen – seine Vergangenheit, seine Identität, seine Unsicherheit.

Zur gleichen Zeit taucht Malik in der muslimischen Gemeinde auf. Die aggressiven Botschaften der Nationalisten im Wiener Wahlkampf radikalisieren ihn. Nach einer ereignisreichen Nacht, in der er alles verliert, worauf er sein Leben aufgebaut hat – seinen Job, seinen Bezug zur Gemeinschaft und seine große Liebe Lila –, beschließt er sich zu rächen.

Kamil und Malik haben nur noch einen Wunsch: Sie fahren nach Ägypten, um dort den Bau von Bomben zu erlernen und dann die Säulen ihrer Welt zu erschüttern …

“Djihad für Lila” | Proverbis-Verlag | 232 Seiten, Hardcover| Preis: 22,90 €

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Das war: Ping-Pong-Poetry im Literaturbuffet

Mieze Medusa (Pressefoto)Markus Köhle (Pressefoto)Mieze Medusa und Markus Köhle waren mit “PING PONG POETRY” bei uns zu Gast!

Slam Poetry ist der Minnesang von heute. Slam Poetry ist zeitgemäße literarische Unterhaltung auf bestem Niveau. Und genau deshalb durfte sie bei uns auch nicht fehlen. :mrgreen:

Mieze Medusa und Markus Köhle sind das Dreamteam der österreichischen Bühnenpoesie und haben bei uns ihr neues Buch “Ping Pong Poetry” vorgestellt, dem dritten (abendfüllenden) Slamporgramm des Autorenpaars. Da Ping Pong Poetry übrigens nicht nur gelesen, sondern auch gehört werden will, ist dem Buch eine Audio-CD beigelegt!

Unserem Publikum hat’s gefallen! :)

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Mit Sam Millar durch die dunklen Straßen von Belfast

Sam Millars Leben könnte selbst einem Hardboiled-Krimi entstammen: 1955 in Belfast geboren, Enkel eines protestantischen “Orangeman”, nahm sein Leben eine schicksalshafte Wendung, als ihn sein Bruder nach Derry mitnahm. Das Datum weiß Millar heute noch – es war der 30. Jänner 1972. Ein Tag, der mit Blut in das Buch der irischen Geschichte eingeschrieben ist – “Bloody Sunday”.

Millar, Die Bestien von Belfast

Millar, Die Bestien von Belfast

Das Massaker an den nationalistischen Demonstranten durch die britische Besatzungsarmee radikalisierte Sam – er trat als Freiwilliger (“Volunteer”) in die IRA ein und beteiligte sich an bewaffneten Aktionen. 1973 wurde er verhaftet und durch eines der eigens für Nordirland geschaffenen “Diplock-Gerichte”, das die Rechte der Angeklagten weitgehend aufhob, zu drei Jahren Haft verurteilt. Nach seiner Freilassung führte er den Untergrundkampf weiter, wurde nach einer Schießerei mit der Polizei neuerlich zu 10 Jahren Haft verurteilt, beteiligte sich am “blanket-protest” in Long Kesh, gehörte zu dem Trupp republikanischer Gefangener, die 1983 den Massenausburch von 38 Mithäftlingen deckte. Nach seiner Freilassung ging er nach New York.

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Vernetztes Grauen

Claus Cornelius Fischer hat mit “Nukleus” einen – ja, was eigentlich: Wissenschaftskrimi? SciFi-Krimi? Fantasy-Krimi? geschrieben.

Alle Kategorisierungen gehen daneben, wenn wir den neuen Roman um die Berliner Notärztin Ella Bach charakterisieren sollen. Eines kann man jedenfalls mit Fug und Recht sagen: Stephen King winkt freundlich aus der Ferne, wenn sich die dämonische Geschichte um Manipuation, Amok und schiere Verzweiflung vor den Leserinnen und Lesern entrollt,

nukleusAction gibt’s mehr als genug – vom Selbstmordanschlag auf die Berliner U-Bahn bis zur wilden Verfolgungsjagd durch London; kontroversielle Themen sind auch in Mengen vorhanden: kriminelle libanesische Clans im Dschungel der Berliner Unterwelt (und ein Polizist, der Sarrazin noch zu liberal findet);  soziale Netzwerke und ihre Auswirkungen auf die unkritischen User; häusliche Gewalt; ärztliche Arroganz…

Ein bisschen viel des Guten? Darüber nachdenken lohnt sich nicht, denn wenn man einmal mit “Nukleus” begonnen hat, wird man in den Sog der Geschichte hineingezogen. Ja, was wäre wirklich, wenn über ein soziales Netzwerk kaputte Typen aufgespürt, noch kaputter gemacht und letztlich zu Amokläufern umprogrammiert würden? Ist das jetzt Science Fiction? Oder doch schon mehr Wissenschaftskrimi?

Wer einen harten, rasanten und sicher nicht dummen Krimi sucht, ist mit “Nukleus” bestens bedient. Eine einzige Bitte an den Autor: Es muss ja nicht gleich letal enden, aber Ella Bach sollte nach all den Schlägereien, Mordanschlägen und Explosionen, in die sie verwickelt ist, vielleicht doch ein bisschen mehr bandagiert werden müssen als in diesem Roman ;-) .

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Die vielschichtigen Killer des Herrn Coben

Nie werden wir vermutlich erfahren, warum die Randomhouse-Gruppe einen Krimi mal bei Heyne, dann bei Goldmann, bei Blessing oder sonstwo im Konzern durch die Druckmaschinen jagt. Bei Harlan Cobens neuem Roman “Wer einmal lügt” war die Wahl treffend. Page & Turner ist das Label am Buch, und ein pageturner ist das Buch!

Wer einmal lügtWie immer darf man als Rezensent nicht zuviel verraten, wenn Coben so richtig loslegt. Im Prinzip führt er uns in eine Welt mehr oder minder kaputter Typen beiderlei Geschlechts, die alle ihre Leichen im Keller haben: Die Ex-Stripperin, die sich eine biedere Hausfrauenwelt auf der Verleugnung ihrer Vergangenheit aufgebaut hat; der Fotojournalist, der einmal im falschen Moment am falschen Ort war; der Cop, der manches viel zu persönlich nimmt; der Anwalt, der durch den Sumpf watet und trotzdem rein bleiben will.

Eine Reihe von Morden wirbelt die Personen und ihre Welten durcheinander – souverän und mit einer erstaunlichen Moral löst Coben schießlich den Knoten.

Harlan Coben | Wer einmal lügt | aus dem Amerikanischen von Gunnar Kwisinski | Page & Turner |       | 448 Seiten | EUR 15,50

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Aufstieg und Fall der deutschen Atomwirtschaft

Ein Historiker, besser gesagt: ein Umwelthistoriker – Joachim Radkau – und ein Physiker – Lothar Hahn – haben sich zusammengetan und ein Buch geschrieben, dessen Titel trocken klingt, das sich aber über weite Strecken extrem spannend liest. Denn es geht auch um Wissenschaft, aber erst recht um viel Geld, um politische Manipulation, Konzerninteressen und eine durch viel Geld gezügelte Medienwelt.

Fukushima II, März 2011

Fukushima II, März 2011: Welche Lehren ziehen wir daraus?

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Der Tourist kommt zurück

Die gute Nachricht: Wenn Sie Olen Steinhauers grandiose “Touristen”-Trilogie nicht gelesen haben, können Sie trotzdem den letzten Band “Die Spinne” lesen, ohne dumm dazustehen. Die schlechte Nachricht: Sie haben zwei brillante Romane versäumt.

Olen-Steinhauer

Der Erbe von Ross Thomas und John Le Carré: Olen Steinhauer

Jetzt der Reihe nach: Milo Weaver ist einer der letzten Überlebenden der mystischen CIA-Subsektion der “Touristen” – einer Agentenorganisation, die man im PC-Spiele-Klassiker  ”Secret of Monkey Island” wohl als “Männer ohne Moral” bezeichnet hätte. Die Touristen waren für jeden mörderischen Auftrag zu haben, und sie hinterfragten keinen dieser Aufträge. Bis, ja bis … eine Operation in Afrika aus dem Ruder lief und ein chinesischer Geheimdienstchef als Vergeltung auf elegante, wenngleich etwas blutrünstige Art die Sektion liquidierte (wie, wird hier natürlich nicht verraten).

Milo Weaver wollte schon seit längerer Zeit aussteigen. Merke: Ein Ehemann und Vater ist ein schlechter Tourist! Aber immer naht das Böse, das Perfide gar, oder schlicht eine amerikanische Bundesbehörde (was sowohl Punkt a wie auch Punkt b umfasst), und aus ist’s mit dem schönen Frieden. Als er auch in diesem Band wider Willen in ein Spiel aus Entführung, Mord, Spionage, Vergeltung und Doppeltricks hineingezogen wird, tut er alles, um sich, aber in erster Linie seine Familie, zu schützen.

Olen Steinhauer, den man mit Fug und Recht als den legitimen Erben von Ross Thomas und John le Carré bezeichnen kann, hat wieder ein turbulentes und vertracktes Meisterwerk des Thriller-Genres geschaffen.

Olen Steinhauer | Die Spinne | aus dem Amerikanischen von Friedrich Mader | Heyne | 496 Seiten | 17,50 EUR

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Doppellesung: Yorick | Luzidin

Mittwoch, 13. März 2013, 19.00 Uhr – Doppellesung: Philip Hautmann, Yorick / Lukas Meschik, Luzidin oder die Stille

Philip Hautmann, geb. 1977 in Linz, studierte Sozial-, Wirtschafts- und Politikwissenschaften in Linz und Basel und lebt in Wien. “Yorick – Ein Mensch in Schwierigkeiten” ist sein erster Roman.

Yorick ist ein witziger Kerl! Er kommt uneingeladen zum Frühstück, und wenn man ausgeht, um ihn loszuwerden, so geht er mit aus, in eine andere Gesellschaft, da er glaubt, nirgends unangenehm sein zu können! Geht man wieder nach Hause, so geht er ebenfalls wieder mit, setzt sich endlich zu Tisch, wo er gerne allein und von sich selbst spricht und dort bis spät in die Nacht verbleibt, oftmals, um am nächsten morgen wiederzukommen!

Lukas Meschik, geb. 1989, beschloss mit 16, Schriftsteller zu werden. Sein erster Roman “Jetzt die Sirenen”wurde von der deutschsprachigen Kritik einhellig gelobt.

“Luzidin” ist sein zweiter Roman: Das Universum ist groß, dieser literarische Kosmos ist es auch. Die Wege seiner Figuren kreuzen einander in einem subtilen Spiel aus Einbildung und Wirklichkeit, Erde und All, Schlafen und Wachen.

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Ganz normale Bürger

Ganz normale Bürger

Ganz normale Bürger

David King, Verfasser zahlreicher Werke zur sowjetischen Geschichte und Sammler (nach)revolutionärer Grafik und Fotografie, hat aus jahrzehntelang verschollenen Fotos der sowjetischen Geheimpolizei ein beunruhigendes Buch zusammengestellt. Die ganzseitigen Porträtfotos, die den Band füllen, sind in der Regel kurz vor der Hinrichtung der abgebildeten Personen entstanden. Sie alle – Frauen und Männer unterschiedlichster Herkunft, unterschiedlichen Alters – fielen dem stalinistischen Terror zum Opfer.

Es sind die Augen, die den Betrachter in ihren Bann ziehen. Sie spiegeln die Angst, das Erstaunen, das Unverständnis, die Verzweiflung und mitunter auch den Zorn dieser Menschen im Angesicht des nahenden gewaltsamen Todes wieder.

Im Gegensatz zu westlichen „mugshots” wurden diese Aufnahmen bei natürlichem Licht gemacht – sie sind daher wesentlich „authentischer” und bringen uns die Opfer des Terrors viel näher als andere Fotos. Kurze Porträts zeigen, wie wahllos die stalinistische Bürokratie mordete, um durch den Terror ihre Herrschaft abzusichern.

David Kings Einleitung ist eine prägnante Darstellung der verschiedenen Säuberungs- und Terrorwellen. Den Bildern der Opfer werden gelegentlich die Bilder der Täter gegenübergestellt. Beide sollte man niemals vergessen.

David King | Ganz normale Bürger | Die Opfer Stalins | Übersetzt von Christine Nemeth | 192 Seiten mit 196 Abbildungen | 978-3-88634-128-3 | € 30.80


David King (* 1943 in London) ist ein britischer Designer und Fotohistoriker. Er war von 1965 bis 1975 Leiter des Kunstressorts beim Londoner Sunday Times Magazine. Seitdem hat er zahlreiche Bildbände veröffentlicht. Seine private Sammlung russischer revolutionärer Kunst gilt mit 250.000 Objekten – hauptsächlich Plakate, Zeitungen, Flugschriften und Fotografien – als eine der umfangreichsten und bedeutendsten der Welt. (Quelle: Wikipedia)

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