Autoren im Interview

Was Sie schon immer über Krimis wissen wollten

Wolfgang Neurath rezensiert bei uns die Krimis der Saison

Wolfgang Neurath rezensiert bei uns die Krimis der Saison

Autoren im Interview

Fragen zur literarischen Genealogie, zu komplexen Kontexten, zu historischen Hintergründen, aber auch zu persönlichen Motiven tauchen in Gesprächen oder in durchaus hitzigen Debatten immer wieder auf.

Geeignet um eine Beziehung zu eröffnen, oder zu vertiefen, sind jedenfalls Interviews, die alle im Netz auffindbar sind; jedenfalls kommen jetzt die Schriftstellerinnen und Schriftsteller zu Wort.

Vorerst ein kleiner Einschub: drei Empfehlungen für die stille Zeit

a) eine Art Kartographie der Neuerscheinungen liefert Crimemag, das Marcus Müntefering(http://www.krimi-welt.de) als „Leitmedium für anspruchsvolle Unterhaltungsliteratur bezeichnet hat“, mit ihren Kurzkritiken – Bloody Chops genannt; die Novemberausgabe.

b) einen fulminanten Noir japonaise liefert Fuminori Nakamura, ein japanischer Autor der Extraklasse – Fuminori Nakamura: Der Dieb, übersetzt von Thomas Eggenberg , Diogenes 2015. 211 S. Hier die Rezension von Thomas Wörtchen im „Freitag“.

c) lesenswerte Links und Blogs zu „Crime and Thrill“:

http://www.krimi-welt.de:
Seit September 2013 finden Krimileser hier regelmäßig Informationen und Rezensionen. Geschrieben von Marcus Müntefering, Journalist, Autor und Moderator aus Hamburg – St. Pauli. Er ist seit 2008 der Krimi-Kritiker für Spiegel Online und zählt seit Anfang 2015 zur Jury der KrimiZEIT-Bestenliste.

https://crimenoir.wordpress.com
“crimenoir” soll Krimi- und Thrillerfans dabei helfen, in dem Publikationsdschungel lesenswerte Bücher zu finden. Darüber hinaus will die Seite auch Informationen bieten, die dabei helfen, alte und neue Krimis im Genre besser einzuordnen. Wissenswertes über Autoren darf ebenso nicht fehlen.
Peter Huber aus Wien

http://zeilenkino.de
Wo Film und Literatur sich treffen. Sonja Hartl berichtet und rezensiert.

http://www.polar-verlag.de
Polar-Verlag mit Blog und Geschmack

Die Interviews

1) Volker Kutscher
begann im Jahre 2007 mit dem Roman „Der nasse Fisch“ eine Serie um den Kriminalkommissar Gereon Rath, die in Berlin der 30er-Jahre angesiedelt ist. Der Historiker Kutscher ermittelt und recherchiert sozusagen immer zweifach und macht uns dadurch nicht zuletzt mit den Lebensumständen der Menschen am Ende der Weimarer Republik und in der beginnenden Nazi-Diktatur bekannt. 2009 folgte der zweite Band „Der stumme Tod“, 2010 der dritte Rath-Krimi „Goldstein“, 2012 „Die Akte Vaterland“ und 2014 schließlich „Märzgefallene“. Die Reihe soll den Ermittler Gereon Rath bis ins Jahr 1936 führen und vielleicht auch darüber hinaus. Wir sind auf die Fortsetzung bereits gespannt.
Die Interviews mit Volker Kutscher finden Sie hier.

P.S.: Das Aufeinandertreffen Goldsteins, der sich in den USA als Mafiakiller verdingt und dessen jüdische Familie in Berlin lebt, mit einer SA-Schlägertruppe vermittelt uns durchaus, dass Macht relational und relativ sein kann.

2) Tana French:
„Sie ist eine der besten Kriminalautorinnen der Welt“, urteilte die „Washington Post“.
Die Schauspielerin und Schriftstellerin lebt seit 1990 in Dublin. Bereits für „Grabesgrün“ erhielt sie eine Auszeichnung. Die Serie rund um Cassie-Maddox wurde vollständig übersetzt:

Grabesgrün – In the Woods (2007)
Totengleich – The likeness (2008)
Sterbenskalt – Faithful Place (2010)
Schattenstill – Broken Harbour (2011)
Geheimer Ort – Secret Place (2014)

Interviews auf Deutsch mit Tana French:

3) Jean-Claude Izzo
schrieb in Marselle, durch Marseille und über Marseille (http://www.unionsverlag.com/info/link.asp?link_id=112&pers_id=1302). Er arbeitete als Journalist, der erst mit fünfzig seinen ersten Kriminalroman publizierte. Dieser war allerdings sofort ein großer Erfolg. Seine Kriminalromane stehen in der Tradition des französischen »Néo-Polar« von Jean Amila, Jean-Patrick Manchette oder Didier Daeninckx. Jean-Claude Izzo verstarb 2000. Sein politisches Engagement und seine persönliche Betroffenheit sind durchaus eine Voraussetzung, dass die „Marseille-Trilogie“ eine spannende Stadtanalyse zur Sichtbarkeit bringt.
Alexandra Schwartzbrod: Begegnung am Ende der Trilogie – Jean-Claude Izzo im Gespräch

4) Zoë Beck
(Henrike Heiland) – das Interview
studierte Neuere Englische Literatur in Gießen, Bonn und Durham. Ihre Magisterarbeit befasste sich mit dem Detektivteam in den Romane von Elizabeth George. 2010 wurde ihre Geschichte Draußen (in: München blutrot, hg. von Andreas Izquierdo und Angela Eßer, 2009) für den Friedrich-Glauser-Preis in der Sparte Kurzkrimi nominiert.

Heute lebt sie als Autorin, Synchronredakteurin und Übersetzerin in Berlin; u.a. schreibt sie für CrimeMag. Seit 2008 erscheinen ihre Bücher unter dem Pseudonym Zoë Beck.

Wenn es dämmert (2008)
Das alte Kind (2010)
Der frühe Tod (2011)
Das zerbrochene Fenster (2012)
Brixton Hill (2013)
Schwarzblende (2015)

Zoë Beck im Interview zu „Schwarzblende“, mehr Aktualität ist unmöglich. Der Fall, der im Roman entwickelt wird, ist tatsächlich 2013 passiert. Sogar das Video des Mordes ist auf Youtube zu finden: zwei junge Männer bringen einen dritten mit einer Machete um, köpfen ihn, und erklären mit einer Flagge des Islamischen Staates in der Hand der englischen Gesellschaft, in der sie aufgewachsen sind, den Krieg. Ein Dokumentarfilmer nimmt die Szene mit seinem Handy auf. Damit beginnt die Geschichte von Überbelichtung, Terror und anti-Terror. Spannend, aktuell und verdammt gut geschrieben.

Zoë Beck: „Schwarzblende“


Das Hintergrundbild im Titelbild wurde hier heruntergeladen. Es befindet sich in der Public Domain.

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Team

Ich arbeite seit März 2013 für das Literaturbuffet. In dieser besten Buchhandlung (und natürlich Café) der Welt bin ich für alle sozialen Aktivitäten zuständig. Und die Website. Und und und. ;)

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