
Alix Kates Shulman,
Zu lieben was ist
Bastei Lübbe / € 17,50
272 Seiten
ISBN 978-3785724019
Alix Kates Shulman ist in den USA eine bekannte Größe: Vorkämpferin der Frauenbewegung, Autorin eines der ersten Romane, der aus der Frauenbewegung hervorgegangen ist („Memoirs of an Ex-Prom Queen)“, Biographin der bedeutenden amerikanischen Anarchistin Emma Goldman,
Bastei Lübbe stellt sie nun einem breiten deutschsprachigen Publikum mit einem außergewöhnlichen Roman vor: Der autobiographischen Liebesgeschichte „Zu lieben was ist“. Ausgangspunkt der Buches ist der schreckliche Unfall ihres zu diesem Zeitpunkt 75jährigen Mannes Scott (sie selbst ist 72). Er stürzt im gemeinsamen Ferienhaus über eine meterhohe Treppe und erleidet neben Knochenbrüchen auch schwere Hirnverletzungen.
Die Autorin erzählt in Rückblenden die Geschichte ihrer eigenen, nicht unkomplizierten, Liebesgeschichte mit Scott. Die Beziehung zwischen ihnen beruhte nicht nur auf Liebe, sondern auch auf Respekt vor den Interessen, den Bedürfnissen und wohl auch den Schrullen des jeweils anderen Partners. Unkompliziert waren beide nicht. Plötzlich verschieben sich durch den Unfall aber alle Perspektiven: Die Gehirnquetschungen verändern Scotts Verhalten, Alix trägt plötzlich eine enorme Veantwortung für einen Mann, der ihr mitunter schrecklich fremd erscheint, mit dem sie aber auch immer wieder Momente großen Glücks und wortloser Gemeinsamkeit erlebt.
„Zu lieben was ist“ ist ein unspektakuläres, schönes Buch. Eine große Liebesgeschichte, unprätentiös erzählt, ein Buch, das Mut machen kann.



