Lesung: Mein Ungustl

Ein unsympathischer Ungustl…

Topsy Küppers präsentierte ihr Buch „Mein Ungustl“

Ungustl wird in Österreich ein beklemmend böser, eher unappetitlicher Typ genannt, dem man besser aus dem Weg geht. Topsy Küppers konnte ihm nicht ausweichen, denn er hatte sich in Form von zwei Tumoren in ihrem Darm eingenistet. Sie hat den Mut und die Disziplin, immer wieder von Neuem das anzugehen, was getan werden muss.

Sie redet mit niemandem über ihre Krankheit, lebt ihren Alltag, so gut sie kann, tritt weiterhin vors Publikum und lernt, mit den Beeinträchtigungen der Krankheit zu leben. Als am Silvesterabend ihr geliebter Mann Carlos stirbt, erfährt sie Gefühle, auf die sie »seelisch nicht eingerichtet ist«. In der Zeit der Trauer werden alle Behandlungen ausgesetzt, deshalb beginnt sie intuitiv, ihre ganz eigenen Heilübungen zu machen, und sie denkt zuversichtlich an die alte Volksweisheit: »Die Zeit eilt – teilt – heilt …« Sie schildert nicht nur ihre Geschichte, sondern bezieht auch Stellung zu den Mängeln des Gesundheitssystems und tritt ein für ein altersgerechtes Wohnen.

Eingestreut sind sechzehn Lebenslektionen, die persönliche Erfahrungen mit Lebensweisheit verbinden. Ebenso gibt Topsy Küppers ihre Heilübungen weiter. Die künstlerischen Fotos von Ingrid Kollmer ergänzen diese berührende Lebenserfahrung, getreu dem Motto: »Was ein Mensch zu erzählen hat, ist weitaus spannender als alles, was man erfindet.«


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