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Indiebookday 2020: Gar nicht gut!

2013 hatte der deutsche Mairisch-Verlag eine zündende Idee: So, wie in den USA unabhängige Plattenlabels den Record Store Day initiierten, sollten an einem Tag im Jahr Leserinnen und Leser in den Buchhandlungen Bücher unabhängiger Verlage kaufen und dann Fotos der Covers, Selfies mit dem erworbenen Buch – was auch immer – in den sozialen Medien mit dem Hashtag #indiebookday posten.

Im Literaturbuffet haben wir die Initiative aufgegriffen und jeden Indiebookday genützt, um in einem literarischen „Speeddating“ kleinen, unabhängigen Verlagen die Möglichkeit zu bieten, sich eine Viertelstunde zu präsentieren: Sei es durch eine Lesung, sei es durch erzählte Verlagsgeschichte, sei es gesprochen, gesungen oder interaktiv mit Publikumsbeteiligung. Im Lauf der Jahre waren unter anderem die Edition Atelier, der Verbrecher-Verlag, Bahö-Books, Promedia, new academic press, Luftschacht, Jungbrunnen, Milena, Mandelbaum und Zeitschriften wie derivé oder Spurensuche beim Indiebookday bei uns zu Gast. Ich bitte alle Verlage und Zeitschriften, die wir jetzt nicht namentlich genannt haben, um Entschuldigung – ich  habe momentan keine Gesamtliste zur Hand.

Auch heuer hatten wir schon alles vorbereitet und bereits die konkreten Lesungszeiten vereinbart – und dann brach europaweit die COVID-Seuche aus, und wir mussten nach Verhängung des Betretungsverbots auch für Buchhandlungen alle geplanten Veranstaltungen absagen.

Das hat uns besonders leid getan, weil heuer die Leipziger Buchmesse abgesagt werden musste. Im Gegensatz zu Frankfurt ist Leipzig gerade für kleinere und unabhängige Verlage eine wichtige Plattform, um sich und ihre Produktionen zu präsentieren. Bereits die Vorarbeiten für die Messe sind zeit- und kostenintensiv. In diesem Jahr hätten die Verlage auch erstmals selbst an ihren Messeständen verkaufen dürfen – für viele „Kleine“ wäre das ein wichtiger Umsatz gewesen, der teilweise schon in finanzielle Schätzungen eingeplant worden war.

Den Indiebookday wird es auch im kommenden Jahr wieder geben, und wir werden wieder ein attraktives Programm als Leistungsschau der „Unabhängigen“ zusammenstellen. In der Zwischenzeit werden wir in unserer BUCHSTABENSUPPE und auf dem Literaturbuffet-Podcasst immer wieder „Indies“ vorstellen. Gemeinsam müssen wir dagegen ankämpfen, dass engagierte Verlage der Seuche zum Opfer fallen.

Wir sehen einander also beim Indiebookday 2021!

Kurt Lhotzky

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