Jubiläum
Der 18. Juli 1936 markiert einen entscheidenden Moment der europäischen Geschichte – nicht nur als Beginn des Spanischen Bürgerkriegs, sondern vor allem als Tag, an dem Arbeiter. Arbeiterinnen, arme Bauern, Bäuerinnen und Jugendliche dem Militärputsch entgegentraten und vielerorts selbst die Initiative ergriffen.
In Städten wie Barcelona und Madrid wurde der Aufstand der Generäle nicht einfach hingenommen: Menschen organisierten sich, stürmten Kasernen oder erhielten von Soldaten Waffen, verteidigten ihre Viertel und schufen neue Formen des Zusammenlebens. Aus einem Putsch wurde ein gesellschaftlicher Umbruch, dessen Echo weit über Spanien hinausreichte.
Spanien wurde damit zum Brennpunkt einer Epoche. Internationale Beobachter erkannten früh die Tragweite der Ereignisse. Während die europäischen Demokratien zögerten, griffen die faschistischen Mächte Deutschland und Italien direkt in den Konflikt ein. Gleichzeitig zog der Krieg Schriftstellerinnen, Journalistinnen und Intellektuelle aus aller Welt an. Sie kamen, um zu berichten, zu verstehen – und Partei zu ergreifen. Ihre Texte gehören zu den eindrucksvollsten literarischen Zeugnissen des 20. Jahrhunderts.
Der Mittelpunkt
Zum 90. Jahrestag lädt das Literaturbuffet zu einer Veranstaltung, die diese Stimmen wieder hörbar macht. Im Mittelpunkt stehen drei Bücher der Edition Atelier, die unterschiedliche Perspektiven auf jene Zeit eröffnen:
- Egon Erwin Kisch berichtet als genauer Beobachter von den Fronten und vom Alltag des Krieges.
- Ilsa Barea-Kulcsar schildert in ihrem Roman „Telefónica“ die angespannte Atmosphäre im belagerten Madrid und
die Herausforderungen der Berichterstattung unter Zensur. - Marie Langer schließlich verbindet persönliche Erinnerung mit einem eindringlichen Blick auf die menschlichen
Erfahrungen hinter den Ereignissen.
Gemeinsam zeichnen diese Bücher ein vielschichtiges Bild einer Zeit, in der Literatur mehr war als bloße Beobachtung: Sie wurde zum Mittel, Wirklichkeit festzuhalten, einzugreifen und den Mächten der faschistischen Finsternis etwas entgegenzusetzen.
Wir laden Sie herzlich ein, diese Texte und ihre Hintergründe kennenzulernen und über ihre Bedeutung für unsere Gegenwart ins Gespräch zu kommen.
Bitte beachten
🫰🏻 Der Eintritt ist frei.
🪑 Wir bitten um rechtzeitige Reservierung!




Post ursprünglich veröffentlicht am 13. April 2026.



